Infektion

Eine Infektion entsteht, wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen und sich dort vermehren. Vier Arten von Mikroorganismen können diese Erreger bilden: Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten (vgl. Bundesgesundheitsministerium 2025). Nicht jede Infektion führt jedoch automatisch zu einer Erkrankung mit spürbaren Symptomen.

Menschen können außerdem Erreger in sich tragen und andere anstecken, ohne selbst krank zu sein.

Der Unterschied zwischen einer Infektion und einer Infektionskrankheit liegt genau darin, ob der Körper mit Krankheitszeichen reagiert oder ob er die Abwehr die Erreger unter Kontrolle hält.

Auf der ganzen Welt zählen Infektionskrankheiten zu den führenden Todesursachen (vgl. Bundesgesundheitsministerium 2025). Besonders betroffen sind die Atemwege, der Magen-Darm-Trakt und das Immunsystem.

Ursachen

Vier Hauptgruppen von Erregern können Infektionen auslösen:

  • Bakterien sind einzellige Mikroorganismen, die sich selbstständig vermehren können.
  • Viren benötigen menschliche Zellen als Wirte, um sich zu reproduzieren.
  • Pilze kommen natürlicherweise auf Haut und Schleimhäuten vor, können aber unter bestimmten Bedingungen zu Infektionen führen.
  • Parasiten sind meist größere Organismen, die auf Kosten ihres Wirts leben.

Menschen stecken sich direkt überwiegend an durch:

  • Übertragung durch die Luft/Tröpfchen
  • Körperliche Berührung
  • Sexuellen Kontakt.

Indirekt werden Erreger unter anderem durch verseuchte Lebensmittel oder blutsaugende Insekten wie Mücken und Zecken (vgl. Bundesgesundheitsministerium 2025) übertragen.

Ob eine Infektion ausbricht, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Menge der Erreger spielt eine Rolle, ebenso wie der Zustand des Immunsystems. Chronische Erkrankungen, Stress oder Mangelernährung schwächen die körpereigene Abwehr und erleichtern Erregern das Eindringen.

Symptome

Mediziner unterscheiden zwischen lokalen und systemischen Infektionen. Diese Einteilung ist wichtig für Diagnose und Behandlung.

Lokale Infektion

Eine lokale Infektion bleibt auf eine bestimmte Körperstelle begrenzt, beispielsweise eine Wunde. Die typischen Entzündungszeichen sin:

  • Rötung
  • Überwärmung
  • Schwellung
  • Schmerz
  • Bewegungseinschränkung an der betroffenen Stelle

Diese fünf Symptome geben einen Hinweis darauf, dass das Immunsystem aktiv gegen Erreger kämpft.

Blutgefäße erweitern sich, um mehr Abwehrzellen heranzutransportieren. Dadurch entsteht die Rötung und Erwärmung. Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus und verursacht eine Schwellung.

Systemische Infektion

Gefährlich wird es vor allem dann, wenn Erreger in die Blutbahn gelangen und sich im gesamten Organismus ausbreiten. Dann sprechen Mediziner von einer systemischen Infektion.

Wenn sich eine Infektion im ganzen Körper ausbreitet, verändert sich das Krankheitsbild deutlich. Der Körper reagiert mit Fieber und Schüttelfrost, Patienten schwitzen nachts stark und fühlen sich allgemein krank. Herzfrequenz und Atemrate steigen an.

Diese Anzeichen weisen darauf hin, dass eine sofortige ärztliche Behandlung (besonders, wenn Verwirrtheit und Blutdruckabfall hinzukommen) nötig ist. Denn unbehandelt kann eine systemische Infektion lebensbedrohlich werden, besonders wenn sich eine Sepsis entwickelt.

Infektion in der Wundversorgung

In der professionellen Wundversorgung stellen Infektionen eine zentrale Herausforderung dar. Offene Wunden bieten Erregern einen direkten Zugang zum Körper, besonders wenn die natürliche Hautbarriere großflächig beschädigt ist.

Wundexperten müssen frühzeitig erkennen, ob sich eine Wunde infiziert hat. Die klassischen Zeichen (Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz) können bei chronischen Wunden jedoch atypisch ausfallen oder durch Grunderkrankungen überlagert werden.

Besonders kritisch wird es bei Patienten mit Diabetes, da ihre Wundheilung verlangsamt ist und Infektionen oft später bemerkt werden. Auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem benötigen besondere Aufmerksamkeit.

Die hygienische Wundversorgung bildet die Grundlage der Infektionsprävention. Sterile Materialien, saubere Hände und korrekte Verbandstechniken verhindern, dass zusätzliche Erreger in die Wunde gelangen.

Bei ersten Anzeichen einer Infektion muss schnell gehandelt werden. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wundexperten, Pflegekräften und Ärzten ist dabei wesentlich.

Prävention

Die wirksamsten Präventionsmaßnahmen sind Händewaschen und Impfungen. Gründliches Händewaschen mit Seife für mindestens 20 Sekunden entfernt die meisten Erreger mechanisch von der Haut. Vor der wundversorgung erfolgt deshalb immer eine Händedesinfektion sowie eine Versorgung mit Handschuhen.

Impfungen schützen vor spezifischen Infektionskrankheiten, indem sie das Immunsystem trainieren. Der Körper bildet Abwehrstoffe, bevor er dem echten Erreger begegnet.

In der Wundversorgung gelten zusätzliche Präventionsregeln:

  • Wunden sauber und trocken halten
  • Verbände regelmäßig wechseln
  • Auf Veränderungen wie zunehmende Rötung oder Nässen achten
  • Bei Unsicherheit frühzeitig ärztlichen Rat einholen

Ein zunehmendes Problem sind Resistenzen gegen Antiinfektiva. Bakterien entwickeln Schutzmechanismen gegen Antibiotika, wenn diese unsachgemäß angewendet werden. Patienten sollten Antibiotika nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen und die Behandlung immer vollständig durchführen.

ICD-10 Klassifikation

Die internationale Klassifikation kennt zahlreiche Codes für Infektionen, je nach Erreger und Lokalisation. Für bakterielle Infektionen ohne nähere Bezeichnung gilt:

  • A49.- Bakterielle Infektion nicht näher bezeichneter Lokalisation (vgl. BfArM 2025)
  • A49.0 Staphylokokkeninfektion
  • A49.1 Streptokokken- und Enterokokkeninfektion
  • A49.2 Infektion durch Haemophilus influenzae
  • A49.3 Mykoplasmeninfektion
  • A49.8 Sonstige bakterielle Infektionen
  • A49.9 Bakterielle Infektion, nicht näher bezeichnet

Daneben existieren spezifische Codes für Infektionen bestimmter Organsysteme, virale Infektionen, Pilzinfektionen und parasitäre Erkrankungen.

Quellen

BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (2025): ICD-10-GM-2025: A49.- Bakterielle Infektion nicht näher bezeichneter Lokalisation, [online] https://www.icd-code.de/icd/code/A49.-.html [21.11.2025].

Bundesgesundheitsministerium (2025): Infektionskrankheiten, [online] https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/infektionskrankheiten.html [21.11.2025].


Fachliche Information

Dieser Artikel wurde auf Basis medizinischer Primärquellen erstellt und entspricht aktuellen wissenschaftlichen Standards.

Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen konsultieren Sie bitte medizinisches Fachpersonal.

Notruf: In medizinischen Notfällen wählen Sie 112 (Rettungsdienst) oder 116 117 (Ärztlicher Bereitschaftsdienst).

Veröffentlicht: 2026-01-19