Makrophagen gehören zu den weißen Blutkörperchen. Sie sind Fresszellen des Immunsystems. Monozyten (Vorläuferzellen im Blut) verlassen die Blutbahn, wandern ins Gewebe und werden dort zu Makrophagen (vgl. Eming 2021; Helmholtz 2018). Dort übernehmen sie verschiedene Aufgaben in der Abwehr und Reparatur.
Makrophagen sind sehr große Zellen. Ihre Hauptaufgabe: Bakterien, Mikroorganismen, Zelltrümmer und sonstige Partikel aufnehmen, auflösen oder speichern.
Neben der Fresszellen-Funktion können Makrophagen noch mehr. Ähnlich wie dendritische Zellen (spezialisierte Immunzellen) präsentieren sie Antigene (Erkennungsmerkmale von Krankheitserregern) anderen Immunzellen und aktivieren diese dadurch (vgl. Brocker 2015). Diese Fähigkeit spielt eine wichtige Rolle bei der Immunantwort.
Für Wundversorger sind Makrophagen elementar. Sie steuern die Wundheilung in verschiedenen Phasen.
Kurz nach einer Verletzung dominieren entzündungsfördernde Makrophagen. Ihre Aufgabe: Krankheitserreger wie Bakterien und Viren abtöten. So lässt sich eine Infektion der Wunde verhindern.
Später wechseln die Makrophagen ihre Funktion. Heilungsfördernde Makrophagen stoppen entzündliche Prozesse und schaffen Bedingungen für den Gewebeaufbau und die Rückkehr zum Normalzustand (vgl. Eming 2021). Der Stoffwechsel in den Makrophagen koordiniert diesen Wechsel. In der frühen Phase produzieren sie Moleküle, die für das Blutgefäßwachstum notwendig sind. In der späten Phase läuft ein anderer Stoffwechsel ab.
Störungen in diesem Ablauf können zu chronischen Wunden führen. Bleiben Makrophagen zu lange in der entzündlichen Phase, heilt die Wunde nicht. Wechseln sie zu früh in die reparative Phase, kann die Infektabwehr unzureichend sein.
Wundversorger sollten verstehen, dass Makrophagen mehr sind als nur Fresszellen. Sie orchestrieren den gesamten Heilungsprozess. Das erklärt, warum manche Wunden chronisch werden.
Die Balance zwischen Entzündung und Reparatur ist wesentlich. Bei chronischen Wunden ist diese Balance oft gestört. Therapieansätze zielen darauf ab, das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Makrophagen selbst haben keinen eigenen ICD-10 Code, da sie körpereigene Zellen sind. Störungen der Makrophagen-Funktion können jedoch zu verschiedenen Krankheitsbildern führen, die klassifiziert werden:
(Quelle: ICD-Code.de o.J.)
Brocker, Thomas (2015): Makrophagen können Rolle dendritischer Zellen übernehmen, Deutsches Ärzteblatt, [online] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62544/Makrophagen-koennen-Rolle-dendritischer-Zellen-uebernehmen [Abrufdatum: 26.11.2025].
Eming, Sabine (2021): Abwehr oder Reparatur: Wie Immunzellen bei der Wundheilung kontrolliert werden, Pressemitteilung Universität zu Köln, [online] https://www.uni-koeln.de/universitaet/aktuell/meldungen/meldungen-detail/abwehr-oder-reparatur-wie-immunzellen-bei-der-wundheilung-kontrolliert-werden [Abrufdatum: 26.11.2025].
Helmholtz Munich (2018): Grundlagen des Immunsystems, Allergieinformationsdienst, [online] https://www.allergieinformationsdienst.de/immunsystem-und-allergie/grundlagen-des-immunsystems [Abrufdatum: 26.11.2025].
ICD-Code.de (o.J.): ICD-10-GM Diagnoseschlüssel, [online] https://www.icd-code.de [Abrufdatum: 26.11.2025].
Dieser Artikel wurde auf Basis medizinischer Primärquellen erstellt und entspricht aktuellen wissenschaftlichen Standards.
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Veröffentlicht: 2025-01-22