Pyrexie (Fieber)

Pyrexie (Fieber) liegt vor, wenn die Körperkerntemperatur auf 38 °C oder mehr steigt (vgl. IQWiG 2022). Das Wort stammt vom griechischen “pyr” ab, es bedeutet Feuer (vgl. Walter et al. 2016). Werte zwischen 37,5 und 38 °C gelten als erhöht, aber noch nicht als Fieber. Ab 39,5 °C spricht man von hohem Fieber. Sehr hohes Fieber beginnt bei 41 °C (vgl. IQWiG 2022), ab hier drohen direkte Zellschäden (vgl. Walter et al. 2016). Fieber selbst ist keine Krankheit, sondern ein Signal: Der Körper wehrt sich gegen etwas.

Pyrexie unterscheidet sich grundlegend von Hyperthermie (Überwärmung des Körpers von außen, etwa bei einem Hitzschlag). Beim Fieber erhöht der Körper seine Temperatur gezielt als Teil der Immunabwehr (vgl. Walter et al. 2016). Dieser Unterschied bestimmt die medizinische Reaktion.

Ursachen

Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze lösen Fieber am häufigsten aus. Besonders im Krankenhaus spielt die Sepsis (Blutvergiftung) eine große Rolle: Bis zu drei Viertel aller Fieberepisoden bei stationären Patienten gehen auf sie zurück (vgl. Walter et al. 2016). Das zeigt, wie ernst Fieber im klinischen Alltag genommen werden muss.

Nicht immer steckt eine Infektion dahinter. Tumore, Autoimmunerkrankungen (bei denen das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift), eine Schilddrüsenüberfunktion oder Medikamentenreaktionen gehören zu den nicht-infektiösen Auslösern (vgl. Walter et al. 2016). Die Ursache abzuklären bleibt ärztliche Aufgabe.

Symptome

Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Kopf- und Muskelschmerzen begleiten das Fieber typischerweise. Der Körper steckt Energie in die Abwehr, was das allgemeine Befinden spürbar beeinträchtigt.

Ab etwa 40 °C wird Fieber gefährlich. Bei 41 °C beginnen Körperzellen direkt Schaden zu nehmen (vgl. Walter et al. 2016). Sehr hohes Fieber gehört deshalb überwacht und behandelt.

Fieber als Alarmsignal in der Wundversorgung

Tritt bei einem Patienten mit einer entzündeten Wunde Fieber auf, reicht die Infektion womöglich über das lokale Gewebe hinaus. Kommen Schüttelfrost oder ausgeprägte Abgeschlagenheit hinzu, weist das auf eine systemische Infektion (eine Ausbreitung im gesamten Körper) hin (vgl. Dissemond et al. 2025). Rein lokale Wundbehandlung greift dann zu kurz.

Wundinfektionen folgen einem Stufenmodell: von der harmlosen Keimbesiedlung über die lokale Entzündung bis zur systemischen Ausbreitung mit Sepsisrisiko (vgl. Dissemond et al. 2025). Fieber markiert dabei den Punkt, an dem ärztliche Hilfe zwingend nötig wird. Laborwerte wie ein erhöhtes CRP (C-reaktives Protein, ein Entzündungsmarker im Blut) stützen die Einschätzung (vgl. Dissemond 2022).

Chronische Wunden, etwa beim diabetischen Fußsyndrom oder bei venösen Ulzera (offenen Beinwunden), sind für Infektionen besonders anfällig. Fieber bei solchen Patienten ist kein Nebenbefund. Es verlangt eine enge Abstimmung zwischen Wundversorgung, Pflege und ärztlicher Behandlung.

ICD-10 Klassifikation

  • R50.9 – Fieber, nicht näher bezeichnet (Inkl.: Pyrexie o.n.A.)

Quelle: BfArM, ICD-10-GM 2025, [online] https://klassifikationen.bfarm.de/ [26.02.2026].

Quellen

Dissemond, Joachim (2022): Diagnostik und Therapie lokaler Wundinfektionen, in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, Jg. 56, Nr. 1, S. 48–52, [online] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9877047/ [26.02.2026].

Dissemond, Joachim, Julian-Dario Rembe, Bernd Assenheimer, Marjam Barysch-Bonderer, Veronika Gerber, Jan Kottner, Peter Kurz, Martin Motzkus, Eva-Maria Panfil, Sebastian Probst, Robert Strohal, Jürg Traber und Andreas Schwarzkopf (2025): Systematik, Diagnostik und Therapie von Wundinfektionen chronischer Wunden, in: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Jg. 23, Nr. 5, S. 565–575, [online] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12087707/ [26.02.2026].

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2022): Wie wird die Körpertemperatur geregelt und was ist Fieber?, [online] https://www.gesundheitsinformation.de/wie-wird-die-koerpertemperatur-geregelt-und-was-ist-fieber.html [26.02.2026].

Walter, Edward James, Sameer Hanna-Jumma, Mike Carraretto und Lui Forni (2016): The pathophysiological basis and consequences of fever, in: Critical Care, DOI: 10.1186/s13054-016-1375-5, [online] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4944485/ [26.02.2026].


Fachliche Information

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Veröffentlicht: 2026-04-02