
Der Quick-Wert ist das Ergebnis eines Labortests, der die Blutgerinnung überprüft. Gemessen wird, wie zügig das Blut auf dem sogenannten extrinsischen Weg gerinnt, also jenem Gerinnungsweg, den Gewebeverletzungen von außen in Gang setzen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stuft ihn als “Globaltest zur Bestimmung der plasmatischen Gerinnungsaktivität” ein (vgl. KBV 2023). Das Ergebnis wird in Prozent angegeben: 100 Prozent entsprechen dem Normalwert. Ein Überblickstest also, der die Gerinnungsfähigkeit des Blutes als Ganzes bewertet.
Gesunde Erwachsene liegen mit ihrem Quick-Wert zwischen 70 und 120 Prozent (vgl. KBV 2023). Fällt das Ergebnis darunter, deutet das auf eine gestörte Blutgerinnung hin. Wunden bluten dann unter Umständen länger als erwartet.
Allein auf Basis des Quick-Wertes lässt sich das Blutungsrisiko vor einem Eingriff allerdings nicht zuverlässig beurteilen. Erst die Zusammenschau von Krankengeschichte, klinischem Bild und weiteren Laborwerten liefert eine belastbare Einschätzung (vgl. KBV 2023).
Meistens sind die Ursachen erworben:
Seltener liegt ein angeborener Mangel an bestimmten Gerinnungsfaktoren vor (vgl. KBV 2023).
Eine bekannte Schwäche des Quick-Wertes: Je nach Laborreagentz weicht das Ergebnis für denselben Patienten um bis zu 30 bis 50 Prozent ab (vgl. Metze et al. 2022). Ergebnisse aus verschiedenen Labors lassen sich dadurch nicht zuverlässig vergleichen.
Gerinnungsexperten empfehlen deshalb, den Quick-Wert zur Kontrolle einer gerinnungshemmenden Therapie nicht mehr allein heranzuziehen (vgl. Moll, Dietz 1999). Die Ablösung heißt INR (International Normalized Ratio), ein 1983 von der Weltgesundheitsorganisation eingeführter Wert, der laborübergreifende Vergleiche erlaubt.
Wundexperten begegnen dem Quick-Wert, sobald Patienten gerinnungshemmende Medikamente einnehmen oder Wunden auffällig stark bluten. Ein zu niedriger Wert erklärt, warum eine Wunde nicht zur Ruhe kommt oder sich großflächige Hämatome (Blutergüsse unter der Haut) ausbreiten.
Achtung: Vom Quick-Wert allein lässt sich nicht auf das tatsächliche Blutungsrisiko schließen (vgl. KBV 2023). Wundversorger brauchen dafür die Einschätzung des behandelnden Arztes. Ihre Aufgabe bleibt die Wundbehandlung selbst. Die Ursache einer Gerinnungsstörung wird ärztlich abgeklärt und behandelt.
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) (2023): Isolierte Quick-Wert-Verminderung – Empfehlungen zur Labordiagnostik, [online] https://www.kbv.de/praxis/patientenversorgung/labordiagnostik/isolierte-quick-wert-verminderung [27.02.2026].
Metze, Michael, Platz, Martin, Pfrepper, Christian, Petros, Sirak (2022): Gerinnungsdiagnostik im klinischen Alltag – Teil 2, in: Inn Med (Heidelb), Jg. 63, Nr. 7, S. 736-750, [online] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9118186/ [27.02.2026].
Moll, Stephan, Dietz, Rainer (1999): Quick-Wert und INR, in: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 96, Nr. 45, S. 2902-2904, [online] https://www.aerzteblatt.de/archiv/19912/Quick-Wert-und-INR [27.02.2026].
Dieser Artikel wurde auf Basis medizinischer Primärquellen erstellt und entspricht aktuellen wissenschaftlichen Standards.
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Veröffentlicht: 2026-04-10