
Revaskularisation bezeichnet Eingriffe, die verengte oder verschlossene Arterien (Schlagadern) an Beinen und Becken wieder öffnen. Ziel ist es, einen schlecht versorgten Körperabschnitt erneut mit ausreichend Blut zu versorgen. Die Grunderkrankung selbst, meist eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung), beseitigt der Eingriff nicht. Er ist keine ursächliche, sondern eine symptomatische Behandlung (vgl. Rümenapf et al. 2020). Revaskularisation schafft lediglich die Voraussetzung, unter der Wundbehandlungen überhaupt greifen.
Die aktuelle S3-Leitlinie unterscheidet zwei Situationen (vgl. Rammos 2024):
Zwei Verfahren stehen im Vordergrund:
Fällt die Durchblutung unter bestimmte Grenzwerte, ist Wundheilung nicht mehr möglich (vgl. Rümenapf et al. 2020). Verbände, Wundreinigung und sämtliche anderen Maßnahmen laufen dann ins Leere. Erst die Revaskularisation schafft die Grundlage.
In spezialisierten, interdisziplinären Zentren gelingt es, die Durchblutung bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom und pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) in der großen Mehrheit der Fälle zu verbessern und einen erheblichen Teil drohender Amputationen abzuwenden (vgl. Rümenapf et al. 2020). Die enge Zusammenarbeit von Gefäßchirurgen, Diabetologen und Wundexperten ist dafür Voraussetzung.
Wundexperten sollten bei Patienten mit schlecht heilenden Wunden an den Beinen frühzeitig auf eine gefäßmedizinische Abklärung drängen. Jede Verzögerung erhöht das Amputationsrisiko.
Revaskularisation ist ein Eingriff und erhält keinen eigenen Diagnosecode. Kodiert wird die zugrunde liegende periphere arterielle Verschlusskrankheit:
Altmeyer, Peter (2026): Arterial occlusive disease peripheral, in: Altmeyers Enzyklopädie, Fachgebiet Gefäßmedizin, [online] https://www.altmeyers.org/en/vascular-medicine/arterial-occlusive-disease-peripheral-135654 [27.02.2026].
Rammos, Christos (2024): Neue S3-Leitlinie pAVK, [online] herzmedizin.de, 09.12.2024, https://herzmedizin.de/fuer-aerzte-und-fachpersonal/kardiologie-interdisziplinaer/angiologie/neue-s3-leitlinie-pavk-2024.html [27.02.2026].
Rümenapf, G., Morbach, S., Rother, U., Uhl, C., Görtz, H., Böckler, D., Behrendt, C. A., Hochlenert, D., Engels, G., Hohneck, A., Sigl, M. (2020): Diabetic foot syndrome – Part 2: Revascularization, treatment alternatives, care structures, recurrency prophylaxis, in: Chirurg, Jg. 92, H. 2, S. 173-186, [online] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7875854/ [27.02.2026].
Dieser Artikel wurde auf Basis medizinischer Primärquellen erstellt und entspricht aktuellen wissenschaftlichen Standards.
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen konsultieren Sie bitte medizinisches Fachpersonal.
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Veröffentlicht: 2026-04-14